Ist die Energie-Wende am Kippen?

Vor über einem Jahr wurde der Atomausstieg in einer Hau-Ruck-Aktion beschlossen. Der Enthusiasmus war groß, die Energiewende bis 2020 weitestgehend umgesetzt zu haben. Große Pläne, mit denen sich nun der Bundesumweltminister Peter Altmaier auseinander zu setzen hat. Derzeit ist der CDU-Politiker an der Nordsee – auf Arbeits- und Lernurlaub bei seiner großen Energie-, Umwelt- und Sommertour. Der Politiker hat das Amt übernommen, als bereits vieles im Argen lag. An ihm ist es nun, das Beste daraus zu machen, den Ökoenergie-Ausbau nicht zum Negativ-Projekt werden zu lassen. Denn die Energie-Wende ist letztlich ein Prestige-Projekt, dass sowohl den Öko-Energiehaushalt positiv beeinflusst, die Natur sauberer werden lässt und auch die technischen Entwicklungen und die Wirtschaft fördern soll – und den Verbraucher entlasten durch sich angenehmer entwickelnde Energiepreise.

Die Energiepreise – ein Dorn im Auge der Energie-Entwicklung. Seine Norddeutsche Tour führt Altmaier vorbei an Windkraftanlagen, Maisfeldern und Biogasanlagen. Ein Problem der Energiewende – speziell im Zusammenhang mit Mais – sind sicherlich die Monokulturen, die man hierfür benötigt. In einigen Bundesländern, speziell in Niedersachsen, spricht man hier schon von einer Vermaisung, da auf fast jedem zweiten Acker Mais angebaut und der Boden dadurch ausgelaugt wird.

Wichtig ist es, den Bürger mit einzubeziehen und die regionalen Vorzüge zu nutzen. So gibt es Sonnen- und nicht gerade sonnenverwöhnte Gebiete. Manch einer fordert gar die Abschaffung von Förderungen für Biosprit und Biomasse, um die sonnen- oder windgemachte Energie stärker zu protegieren. Allerdings heißt Umweltschutz mehr, als nur die Energie-Wende umzusetzen, sondern letztlich den kompletten Klimaschutz im Auge zu behalten. Für den Politiker und Ressortchef der Bundesdeutschen Umweltbehörde heißt es daher abwägen, was zu welchem Zeitpunkt das Richtige für eine sich positiv entwickelnde Energie und die umzusetzende Energie-Wende ist. Die Randbaustellen Biosprit (E10) und Biomasse darf er dabei aber nicht vernachlässigen.

Für das Umweltministerium – so heißt es im Handelsblatt vom Montag – werde inzwischen auch durchgerechnet, ob es einen Zusammenhang zwischen E10 und Nahrungskrisen gäbe. Schnellschüsse sind nicht das Ding des Peter Altmaier – ihm ist Substanz wichtiger. Um die Energiewende zu wuppen, bedarf es kreative Lösungen zum Bereich des Energiesparens. Ehrenamtliche sollen ebenfalls mit eingebunden werden. Die natürlichen Begebenheiten sollen durch den Bau der energieschonenenden Kraftwerke nicht beeinträchtigt werden. An Der Küste heißt dies beispielsweise, Windparks zu errichten ohne Seehunde zu schädigen. Ein weiterer Problempunkt sind auch die Netze – denn: was helfen die u.U. fertig gestellten Kraftwerke, wenn diese den Strom nicht ins Netz einspeisen können. Und gerade hier hinkt die Umsetzung deutlich hinterher, wie die riesigen Entschädigungssummen allein in Schleswig-Holstein zeigen. Ziel muss es sein, den Netzausbau zu synchronisieren.

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